Wie können Ansprüche der Gesellschaft in mögliche Veränderungsprozesse eingebunden werden? Konfrontation von Verbrauchern mit Zielkonflikten aus der Schweinhaltung

Winnie Isabel Sonntag, Anna Kaiser, Marie von Meyer-Höfer, Achim Spiller

Abstract


Die Nutztierhaltung rückt zusehends in das Interesse der breiten Öffentlichkeit und wird begleitet von hohen Verbraucheforderungen, welche allerdings nicht immer konfliktfrei umzusetzen sind. Wie Konsumenten auf mögliche Zielkonflikte reagieren, ist weitestgehend unbekannt. Daher wurden im vorliegenden Beitrag der Umgang von Laien mit beispielhaft ausgewälten Zielkonflikte in der Schweinehaltung untersucht. Hierzu wurden mit 10 Verbrauchern intensive Leitfadeninterviews mit der Methode des „Lauten Denkens“ im November 2015 in Göttingen durchgeführt und anschließend mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bewertung und Lösung von Zielkonflikten an die persönliche Vorerfahrung, emotionale Empfindungen und die visuelle Darstellung von Sachverhalten geknüpft ist und den Verbrauchern schwer fällt. Die präsentierten Pro- und Contra-Informationen zu dargestellten Sachverhalten werden nur dann in die Entscheidungsfindung einbezogen, wenn das Gesehene für die Verbraucher neu ist. Argumente des Tierwohls haben bei der Entscheidungsfindung die größte Gewichtung. Vermehrte Informationsvermittlung kann in einigen Bereichen der Tierhaltung zu mehr Akzeptanz beitragen (hier bspw. die Haltung auf Spaltenböden). Für einige Systeme (bspw. der Ferkelschutzkorb) wird es schwer sein, Legitimationsgründe zu finden. Hier kann möglichweise nur eine Veränderung des Systems zu vermehrter Akzeptanz beitragen.


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DOI: http://dx.doi.org/10.12767/buel.v95i1.144

DOI (PDF): http://dx.doi.org/10.12767/buel.v95i1.144.g319