Einstellungen landwirtschaftlicher Betriebsleiter und weiterer Stakeholder zu silvoarablen Alley-Cropping-Agroforstsystemen in Deutschland: Eine empirische Analyse anhand von Experteninterviews

Josef Langenberg, Marten Rauert, Ludwig Theuvsen

Abstract


Der Ackerbau in Deutschland wird von einer ganzflächig angelegten Feldbewirtschaftung dominiert. Die Implementierung von Gehölzstreifen in die Ackerfläche im Rahmen der Anlage von Alley-Cropping-Agroforstsystemen kann die großflächigen Strukturen aufbrechen, die Artenvielfalt erhöhen, die Bodenerosion sowie die Nährstoffauswaschungen reduzieren und somit positive externe Effekte generieren. Ungeachtet der vielfältigen Vorteile, ist der Anbauumfang von Agroforstsystemen in Deutschland nahezu unbedeutend. Zur Beantwortung der Frage, weshalb diese Landnutzungsform in Deutschland trotz ihrer vielen Vorzüge kaum umgesetzt wird und welche Voraussetzungen für die Anlage erfüllt bzw. welche Anreize dafür gegeben sein müssen, werden 13 landwirtschaftliche Betriebsleiter, sechs landwirtschaftliche Mitarbeiter und vier Verpächter landwirtschaftlicher Flächen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrzahl der befragten Betriebsleiter – insbesondere solche mit Sandstandorten – sich Agroforstsysteme auf ihren landwirtschaftlichen Flächen prinzipiell vorstellen können. Auch die Mitarbeiter und Verpächter haben ihrerseits überwiegend keine Vorbehalte gegen die Agroforstwirtschaft. Aufgrund vergleichsweise hoher Implementierungskosten bei gleichzeitig langen Laufzeiten und später Rückflüsse fordern viele Betriebsleiter finanzielle Beihilfen im Rahmen der Baumanpflanzung. Zudem werden die Anhebung des Greeningfaktors für die alternative Landnutzung und eine Vereinfachung des Agrarantrages für Agroforstsysteme verlangt. Die Ergebnisse haben verknüpft mit dem bereits bestehenden Rechtsrahmen der Europäischen Union vielfältige Implikationen für die zukünftige Ausgestaltung flankierender Unterstützungsmaßnahmen.

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DOI: http://dx.doi.org/10.12767/buel.v96i2.199

DOI (PDF): http://dx.doi.org/10.12767/buel.v96i2.199.g394