Literaturdatenbank GrassCOPS (Grassland Conference Paper Search): das Potenzial von Tagungsbandliteratur besser nutzen

Heike Paesel, Johannes Isselstein

Abstract


Die Landwirtschaft steht großen globalen Herausforderungen gegenüber, die innovative Lösungen erfordern. Von der Wissenschaft wird deshalb eine Anpassung an die Situation und eine aktivere Rolle bei der Lösung von Nachhaltigkeitsfragen gefordert („Transformative Wissenschaft“). Nationale Grünlandkonferenzen, die in nahezu allen Ländern der EU regelmäßig abgehalten werden, bieten ein Forum für den Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse unter den Wissenschaftler*innen, aber auch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Tagungsbände stellen daher eine wertvolle Quelle für die Analyse der „transformativen Kraft“ der dort präsentierten, überwiegend angewandten Forschung dar. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des EU-Projektes Inno4Grass die Online-Datenbank GrassCOPS für die Recherche nach Tagungsbandliteratur in der Grünlandwissenschaft erstellt. Die Datenbank soll die Ergebnisse praxisrelevanter nationaler Grünlandforschung besser zugänglich machen und dadurch die Diskussion von Innovationen im Grünland wissenschaftlich unterstützen. Die Qualität der Forschung wird dabei nicht bewertet; sie ist offensichtlich variabel, da bei der Erstellung von Tagungsbänden Qualitätssicherungsmaßnahmen, wie sie bei internationalen wissenschaftlichen Journalen üblich sind, nicht bzw. kaum angewendet werden. Die Suchdatenbank ist online aufrufbar unter http://www.grassland.uni-goettingen.de und bietet detaillierte Filtermöglichkeiten für eine zielgerichtete Beitragssuche.

Eine Analyse der bislang erfassten Tagungsbandbeiträge zeigt, dass sich nationale Tagungsliteratur der Grünlandwissenschaft schrittweise den an die Wissenschaft gestellten Erwartungen anpasst und einen bedeutenden Fundus praxisnaher Erkenntnisse bereitstellen kann, die es wert sind auch auf internationaler Ebene geteilt zu werden. Tagungsbandbeiträge der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau (AGGF) zeigen beispielsweise einen Trend zu größeren räumlichen Skalen und einen wachsenden Anteil transdisziplinärer Forschung. Daraus lassen sich eine gesteigerte räumliche Aussagekraft der Ergebnisse sowie ein stärkerer Einbezug betroffener Akteure ableiten.

 

 

 

Agriculture faces great challenges which require innovative solutions. Therefore, scientific research is expected to adapt to these circumstances and play a more active role regarding the solution of sustainability problems (“transformative science”). National grassland conferences provide a platform where science and practice regularly meet and the resulting conference proceedings are a valuable source to analyse the ‘transformation potential’ of the research presented. Against this background, an online search tool for conference literature in the fields of grassland science named GrassCOPS has been set up within the EU-project Inno4Grass. The tool is meant to improve accessibility to practice-oriented knowledge from national grassland research and thereby to back up discussions on grassland innovations with scientific information. It does not evaluate the quality of research, which is obviously variable as with the publication of conference proceedings usually only limited quality assurance mechanisms are in place. The tool is accessible at http://www.grassland.uni-goettingen.de in English language and offers detailed filter criteria for a targeted article search.

An analysis of the data currently stored in the database indicates that national grassland conference literature is gradually adapting to the expectations society demands from science and may contain a significant number of practice-related findings worth sharing with the international grassland community. Papers from conferences organised by the German-speaking “Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau” (AGGF), for example, show a trend towards studies with bigger spatial scales and increased transdisciplinarity, which means increased spatial explanatory power of results and a stronger involvement of affected stakeholders.


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DOI: http://dx.doi.org/10.12767/buel.v96i2.210

DOI (PDF): http://dx.doi.org/10.12767/buel.v96i2.210.g401