Kostenkalkulationen verschiedener Szenarien der Initiative Tierwohl im Bereich der Schweinemast am Beispiel eines 960er Mastschweinestalls

Autor/innen

  • Sirkka Schukat Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung Ernst-August-Universität Göttingen
  • Heinke Heise Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness

DOI:

https://doi.org/10.12767/buel.v97i3.241

Abstract

Die Initiative Tierwohl verfolgt den Ansatz, mit Hilfe eines Branchenbündnisses entlang der Wertschöpfungskette Fleisch Verbesserungen hinsichtlich des Tierwohls zu erzielen. Die teilnehmenden Landwirte implementieren Tierwohlmaßnahmen eines festgelegten Kriterienkatalogs in ihren Tierbestand. Um den für den Landwirt entstehenden Mehraufwand hinsichtlich der Kosten zu rechtfertigen, wird ein finanzieller Anreiz geschaffen, indem sie für ihre Teilnahme Ausgleichszahlungen erhalten. Allerdings ist bislang kaum erforscht, ob diese Zahlen ausreichend sind, um die für den Landwirt entstehenden Kosten auszugleichen. Gegenstand des vorliegenden Beitrags ist daher die Kalkulation der Wirtschaftlichkeit für die Initiative Tierwohl 2018 – 2020 im Bereich der Schweinemast für einen 960er Maststall anhand von Leistungs-Kosten-Rechnungen. Konkreter wurden Vollkostenrechnungen gewählt. Im Zuge dessen wurden je nach Wirtschaftlichkeit des fiktiven Betriebs Szenarien für die einzelkostenfreie Leistung ermittelt, die als Orientierungshilfe für die praktische Landwirtschaft fungieren. Die Ergebnisse stellen die jeweiligen Leistungs-Kosten-Verhältnisse der unterschiedlichen Pflicht- und Wahlkriterien der Initiative Tierwohl auf Grundlage verschiedener Leistungsniveaus dar. Es wird gezeigt, dass die Umsetzung der Pflichtanforderungen 10 % mehr Platz und zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial insbesondere für Betriebe mit niedrigem und hohem Leistungsniveau empfehlen. Weiterhin eignet sich für Betriebe aller Leistungsniveaus die Implementierung der Wahlkriterien Pflichtanforderungen und 20 % mehr Platz, Pflichtanforderungen und Scheuermöglichkeit, Pflichtanforderungen und Saufen aus offener Fläche sowie die Pflichtanforderungen und Luftkühlungsvorrichtung. Für ein niedriges Leistungsniveau ist am ehesten die Umsetzung der Pflichtanforderungen zu empfehlen. Einzig bei den Pflichtanforderungen zuzüglich des ständigen Zugangs zu Raufutter werden auf allen Leistungsniveaus negative Leistungen erzielt, weshalb sich dieses Kriterium nicht zur Implementierung eignet. Es wird deutlich, dass sich die Teilnahme an der Initiative Tierwohl für Betriebe aller Leistungsniveaus rentiert, insbesondere für Betriebe mit niedrigem und hohem Leistungsniveau. Für zukünftige Forschungsarbeiten sind weitere Szenarien sinnvoll sowie eine Möglichkeit, sich ändernde, dynamische Schlachtpreise in die Kalkulationen zu integrieren.

Autor/innen-Biografien

Sirkka Schukat, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung Ernst-August-Universität Göttingen

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness

Heinke Heise, Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness

Post Doc

Downloads

Veröffentlicht

2019-09-18

Ausgabe

Rubrik

Artikel