Landwirtschaftliche Tierhaltung in den Medien

– Eine qualitative Analyse von Experteninterviews mit Journalisten regionaler und überregionaler Allgemein- und Fachmedien

  • Christina Kothe FH Südwestfalen

Abstract

Allgemeiner Journalismus und Fachjournalismus beschäftigen sich in unterschiedlicher Weise mit der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Die Verwendung und Entstehung von Medien-Frames ist dabei kennzeichnend für die mediale Berichterstattung. Die vorliegende Studie soll zeigen, wie in der Arbeit von Journalisten mit dem Thema Tierwohl im Kontext landwirtschaftlicher Tierhaltung umgegangen wird und welche Rolle Medien-Frames dabei spielen. Die Untersuchung geht von Journalisten als entscheidenden Akteuren im Mediengeschehen aus. Als empirische Methode kommen Experteninterviews mit 19 Journalisten von überregionalen, regionalen und fachlichen Medien, verbunden mit einer qualitaiv, strukturierenden Inhaltsanalyse zum Einsatz. Die Ergebnisse zeigen, dass die Herkunft und die Lebenswelt der Journalisten den Prozess des Framings beeinflussen. Großstädtisch lebende Journalisten der Allgemeinen Medien haben einen eher umfassend generalistischen Bezug zur landwirtschaftlichen Tierhaltung. Journalisten von Fachmedien sind hingegen stark in der landwirtschaftlichen Lebenswelt verwurzelt, verstehen sich als Ratgeber auf Augenhöhe und befinden sich in einem impliziten Bewertungskonsens mit ihrer Leserschaft. Journalisten kommt eine besondere Rolle als Strukturierungsinstanz des gesellschaftlichen und landwirtschaftlichen Diskurses zu. Mehr redaktionelle Diversität hinsichtlich der Lebenswelten von Journalisten würde die jeweils spezifische Sicht von Allgemein- und Fachmedien auf die landwirtschaftliche Tierhaltung erweitern. Reaktionelle Diversität könnte damit eine konstruktiv und lösungsorientierte Perspektive im gesellschaftlichen Diskurs zur Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung fördern.

Veröffentlicht
2020-03-04
Rubrik
Artikel