Auktionen als Transaktionsform für landwirtschaftlichen Boden

Autor/innen

  • Katarina von Witzke Humboldt Universität zu Berlin, Dep. für Agrarökonomie, FG Allgemeine Betriebslehre des Landbaus, Philippstr. 13, Haus 12a, 10115 Berlin
  • Martin Odening Humboldt Universität zu Berlin, Dep. für Agrarökonomie, FG Allgemeine Betriebslehre des Landbaus
  • Günther Filler Humboldt Universität zu Berlin, Dep. für Agrarökonomie, FG Allgemeine Betriebslehre des Landbaus
  • Silke Hüttel Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Lehrstuhl für Produktionsökonomik, Meckenheimer Allee 174, 53115 Bonn
  • Stefan Seifert Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Lehrstuhl für Produktionsökonomik, Meckenheimer Allee 174, 53115 Bonn
  • Reinhard Uehleke Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Lehrstuhl für Produktionsökonomik, Meckenheimer Allee 174, 53115 Bonn

DOI:

https://doi.org/10.12767/buel.v98i2.300

Abstract

Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung von Auktionen für die Veräußerung bzw. den Erwerb von landwirtschaftlichem Boden in Deutschland. Dabei wird der Auktionsbegriff weit gefasst und schließt beispielsweise Ausschreibungen der BVVG mit ein. Aufbauend auf Literaturanalysen werden zunächst grundsätzliche Vor- und Nachteile sowie mögliche Ausgestaltungsformen diskutiert. Auf der Basis von Experteninterviews und einer Onlinebefragung werden Motive für die Teilnahme an Auktionen und das Bietverhalten der Akteure untersucht. Von besonderem Interesse ist dabei der Vergleich zwischen Landwirten und Nichtlandwirten. Es zeigt sich, dass Auktionen in Ostdeutschland aufgrund der Privatisierung ehemals volkseigenen Bodens einen hohen Marktanteil aufweisen, während sie in Westdeutschland nur für spezielle Anlässe (z.B. Zwangsversteigerungen) genutzt werden. Bezüglich der Teilnahmeentscheidung bei Auktionen konnten keine systematischen Unterschiede zwischen Landwirten und Nicht-Landwirt festgestellt werden. Der Vergleich von Preisen aus der Kaufpreissammlung der (Oberen) Gutachterausschüsse liefert bei aller gebotenen Vorsicht aufgrund der Heterogenität der Lose keinen Anhaltspunkt dafür, dass Nichtlandwirte Landwirte bei Auktionen systematisch überbieten. Unsere Ergebnisse bieten keinen Anhaltspunkt für die Notwendigkeit der Regulierung von Bodenauktionen, die über die bestehenden Regelungen hinausgehen.

Summary
Auctions in agricultural land markets

In this article, the significance of auctions as a means to buy and sell agricultural land in Germany is examined. A broad definition of the term auction is employed as it includes, for example, BVVG auctions. Fundamental advantages and disadvantages as well as possible specifications  of auctions for land transactions are discussed based on a review of the literature. Participants’ motivation for the participation in and bidding behavior during land market auctions are examined based on expert interviews with a special focus on the comparison between farmers and non-farmers. The analysis shows that auctions have a large market share in Eastern Germany due to the privatization of formerly state-owned land. In Western Germany, auctions are merely employed in special cases, such as foreclosures. No systematic differences were found between farmers’ and non-farmers’ choice to participate in auctions. The comparison of prices provided by the Committees of Land Valuation Experts (Kaufpreissammlungen der (Oberen) Gutachterausschüsse) gives no indication that non-farmers systematically outbid farmers in auctions. This comparison, however, must be interpreted carefully due to the plots’ heterogeneity. Our results do not indicate the necessity to impose further regulations on land market auctions.

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Veröffentlicht

2020-08-06

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