Tierwohl am Schlachthof erfassen

Eine Expertenbefragung zur Identifizierung und Eingrenzung von Schlachthofbefunden

Autor/innen

  • Sonia Starosta VERTRETUNG DES FREISTAATES SACHSEN BEIM BUND
  • Dr. Julia Christiane Schmid Humboldt-Universität zu Berlin
  • Angela Bergschmidt Thünen-Institut für Betriebswirtschaft

DOI:

https://doi.org/10.12767/buel.v99i1.343

Abstract

Die vorliegende Untersuchung zielt auf eine fachlich fundierte Eingrenzung und Priorisierung von tierwohlrelevanten, am Schlachthof erfassbaren Befunden, um auf dieser Grundlage Politikempfehlungen für den Aufbau einer nationalen Tierwohlstatistik zu generieren. Anhand der Schlachthofbefunde lassen sich insbesondere Aussagen zur Tierwohldimension "Tiergesundheit" treffen, wobei Querbezüge zum Tierverhalten (bspw. bei Befunden am Bewegungsapparat) oder zum emotionalen Befinden (bspw. bei ermüdet und erschöpft angelieferten Schlachttieren) in begrenztem Umfang ebenfalls möglich sind. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein auf Experteneinschätzungen beruhendes, dreistufiges Vorgehen gewählt. Im Ergebnis wurden 12 Befunde für Rinder und 16 Befunde für Schweine als sehr relevant identifiziert. Zu den besonders relevanten, gut erhebbaren Befunden zählen beim Transport oder im Wartebereich des Schlachthofs vorzeitig verendete Rinder und Schweine, am Schlachtband festgestellte Brüche, Entzündungen an den Gelenken, der Lunge, dem Brustfell und dem Bauchfell. Weniger gut zu erheben, aber als sehr relevant eingestuft, sind laut Expert*innen bei der Anlieferung die Befunde "Auszehrung" und "Lahmheit", bei der Fleischuntersuchung Befunde an den Klauen.

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Veröffentlicht

2021-02-12

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