Intensivierung der Milcherzeugung in Deutschland ab Mitte des 19. Jahrhunderts aus historischer Sicht sowie aktuelle Trends in der Rinderhaltung

  • Wilfried Brade Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover

Abstract

Eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen auf deutscher und EU-Ebene regeln die Qualitätssicherung von Milchprodukten in Erzeugerbetrieben und Molkereien.

Milch und Milchprodukte gehören in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmittel.

Eine berufsbezogene, praxisnahe Ausbildung sowohl für die Milcherzeuger als auch für Molkereipersonal ist nach wie vor die Grundlage jeder intensiven Milchwirtschaft.

Die früheren ‚Viehpflege- und Melkerschulen‘ und ‚Molkerei-Lehranstalt‘ haben hier wesentlich mit dazu beigetragen, Milch und -produkte als gesunde und wertvolle Lebensmittel seit mehr als 90 Jahren in Deutschland zu etablieren.

Eine praxisnahe berufsbezogene Ausbildung sollte deshalb auch weiter bundesweit - im Vergleich zur ‚Akademisierung‘ der Ausbildung junger Menschen in unserer modernen Gesellschaft - intensiv gefördert werden.

Die Umsetzung von Smart Dairy Farming ist aktuell in allen Bereichen der Milchrinderhaltung zu sehen. Die weitere Entwicklung und Umsetzung technologischer Systeme in der Milchviehhaltung wird stark von den Anforderungen der Gesellschaft und des Gesetzgebers beeinflusst.

Auch in der Züchtung deuten sich weitere Veränderungen an. Die ausschließliche Definition eines einheitlichen Zuchtzieles (mit dem besonderen Schwerpunkt auf die weitere Verbesserung der Milchmengenleistung) bei Deutsche Holsteins, die nachweislich unter sehr verschiedenen Produktionsumwelten gehalten werden müssen, ist nicht mehr zeitgemäß.

Autor/innen-Biografie

Wilfried Brade, Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover
Hochschullehrer, Professor für Tierzucht an der TiHo Hannover
Veröffentlicht
2022-06-10
Rubrik
Artikel