Erwartungen von Landwirt*innen an die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2023

  • Katharina Bissinger Institut für Agrarpolitik und Marktforschung

Abstract

Die vorliegende Stuide beschäftigt sich mit den Erwartungen von Landwirt*innen an die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpoliik (GAP). Im Fokus stehen dabei die sog. Öko-Regelungen, die neuen Maßnahmen der ersten Säulen der GAP ab 2023. Die Öko-Regelungen zielen darauf ab die Direktzahlungsmittel im Agrarsektor künftig stärker an Umwelt- und Klimaleistungen zu knüpfen. Mittels Experteninterviews wurde die Bereitschaft hessicher Landwirt*innen künftig an den Öko-Regelungen teilzunehmen, analysiert. Zustätlzlich wurde untersucht, welche Erwartungen die befragten Landwirt*innen an die Ausgestaltung einer nachhaltigeren Landwirtschaft haben. Demnach stehen die befragten Landwirt*innen den Öko-Regelungen sowohl hinsichtlich der Umweltwirkung dieser einjährigen Maßnahmen im Allgemeinen, als auch dem damit verbundenen Mehraufwand und den ausgewiesenen Fördersätzen, eher kritisch gegenüber. Die Entscheidung für oder gegen die Umsetzung einer oder mehrerer Öko-Regelungen wird künftig jedoch auch maßgeblich durch die Marktpreise für Agrarprodukte, die in direkter Konkurrenz zu Öko-Regelungen um Stilllegung, Blühflächen etc. stehen, beeinflusst werden. Im Hinblick auf die Erwartungen der Landwirt*innen an die Agrarpolitik wird deutlich, dass sich diese insbesondere auf die Rolle der Politik und der Verbraucher*innen aber auch auf die Eigeniniative derLandwirt*innen beziehen. Veränderungen in diesen Bereichen können demnach die Landwirtschaft positiv beeinflussen und zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen. 

Veröffentlicht
2022-11-03
Rubrik
Artikel