Zahlungsbereitschaftsanalysen in mehrstufigen Labelsystemen. Das Beispiel Tierschutzlabel

  • Ramona Weinrich Georg-August-Universität Göttingen
  • Dr. Annabell Franz
  • Prof. Dr. Achim Spiller Georg-August-Universität Göttingen

Abstract

Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung ist ein aktuelles und kontrovers diskutiertes Thema. Besonders aus Verbrauchersicht ist die Thematik negativ besetzt und wird oft unter dem Begriff "Massentierhaltung" gerahmt. Tatsache ist, dass die Haltungsbedingungen und damit das Tierwohl sich innerhalb der einzelnen Betriebsformen und Betriebe stark unterscheiden. Neben der konventionellen und der ökologischen Tierhaltung entwickelt sich derzeit im Markt eine Zwischenstufe: Ein Haltungssystem, dessen Anforderungen über den gesetzlichen, aber unter den vorgeschriebenen ökologischen Standards liegt. Um diese bestehenden Unterschiede auch innerhalb eines Zertifizierungssystems für Verbraucher sichtbar zu machen, kann ein mehrstufiges Labellingsystem eine Lösung sein. Ein höheres Maß an Tierwohl ist dabei mit höheren Kosten verbunden.

Im vorliegenden Beitrag werden daher an Hand von zwei Fallstudien Zahlungsbereitschaften deutscher Verbraucher für ein mehrstufiges Tierschutzlabel analysiert. Es zeigt sich, dass die entstehenden Mehrkosten der Premiumstufe ohne vertiefte Informationen nicht durch die ermittelten Zahlungsbereitschaften abgedeckt werden können. Um die Zahlungsbereitschaft zu erhöhen, kann eine verbesserte Kommunikationsstrategie, die über die Unterschiede informiert, eine Lösung sein.

Autor/innen-Biografien

Ramona Weinrich, Georg-August-Universität Göttingen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl "Marketing für Agrarprodukte und Lebensmittel"
Prof. Dr. Achim Spiller, Georg-August-Universität Göttingen
Lehrstuhlinhaber "Marketing für Agrarprodukte und Lebensmittel"
Veröffentlicht
2014-08-14
Rubrik
Artikel