Führungstätigkeit im Transformationsprozess zur Landwirtschaft 4.0

Eine empirische Untersuchung zu den Anforderungen an Führungskräfte in Pflanzenbau und Tierproduktion

Autor/innen

  • Malte Nuyken Hochschule Anhalt

DOI:

https://doi.org/10.12767/buel.v101i3.500

Abstract

Die digitale Tranѕformation ѕtellt für Organisation und Inhalt betrieblicher Wertѕchöpfungѕ- und Arbeitsprozeѕѕe ein neueѕ Paradigma innerhalb der hiermit assoziierten Landwirtschaft 4.0 dar. Ziele der Studie waren es, zu untersuchen, welche Kompetenz- und Führungsanforderungen sich vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und ihrer Kontextfaktoren für Führungskräfte in der Landwirtschaft ergeben und welche Maßnahmen sich aus diesen Ergebnissen ableiten lassen, um auf dem Weg zu einer Landwirtschaft 4.0 eine produktive und gesunde Führung zu realisieren.

Hierzu wurde zunächst eine ausführliche Elaboration der relevanten interdisziplinären Forschungsliteratur vorgenommen und anschließend Führungskräfte aus der Landwirtschaft auf Basis eines leitfadengestützten Experteninterviews befragt. Die Ergebnisse der Interviews zeigen zunächst, dass sich die befragten Unternehmen noch am Anfang der digitalen Transformation hin zur Landwirtschaft 4.0 befinden. Sie machen ferner deutlich, dass sich Führungskräfte in der Landwirtschaft durch die digitale Transformation und ihre flankierenden Kontextfaktoren vielfältigen Herausforderungen gegenübersehen. Hierbei wird deutlich, wie hoch die Bedeutsamkeit von Leadershipkompetenzen ist, insbesondere das Empowerment der Beschäftigten, genauso wie die Notwendigkeit von Fach-, Fehler- und Selbstkompetenz. Als eine neue funktionale Spezifizierung, über die Führungskräfte verfügen sollten, kristallisiert sich die digitale Kompetenz heraus. Ebenso relevant sind Veränderungskompetenz und Vertrauen, die neben Sozialkompetenz als wirksame Facetten erfolgreicher Führungstätigkeit von den Experten geschildert wurden. Es ist deutlich geworden, dass nicht bloß singuläre Kompetenzveränderungen gefordert sind, sondern ferner eine ganzheitliche Transformation der Organisations- und Arbeitsplatzgestaltung sowie des gemeinschaftlichen Verständnisses von Arbeit, Individuum und Zusammenarbeit. Entsprechende Handlungsfelder und Umsetzungsempfehlungen wurden herausgearbeitet. So bleiben die Kernelemente von Führung erhalten, wobei sich ihre jeweilige Bedeutung jedoch verschiebt und damit letztlich auch der Fokus für zukünftige Handlungsfelder beim Aufbau einer Führungskultur Landwirtschaft 4.0. Denn Führung in der Landwirtschaft 4.0 benötigt beides: Tradition und Innovation.

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Veröffentlicht

2023-12-20

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