Konsumverhalten und Anforderungen an regionale Nischenkuluturen
Erkenntnisse aus Fokusgruppendiskussionen
DOI:
https://doi.org/10.12767/buel.v104i1.541Abstract
Der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt stellen eine zunehmende Bedrohung für Ökosysteme dar. Landwirtschaftliche Praktiken, insbesondere die Fleischproduktion, tragen erheblich zu diesen Herausforderungen bei. Nischenkulturen wie Kichererbsen, Linsen, Quinoa, Buchweizen und Amarant bieten Potenzial, durch nachhaltige Anbaumethoden und klimafreundliche Ernährung einen Beitrag zur Minderung dieser Probleme zu leisten. Die vorliegende Studie untersucht, wie solche Kulturen in Deutschland vermarktet und von Verbrauchenden akzeptiert werden können.
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Fokusgruppendiskussionen mit 30 Personen durchgeführt, die sich hinsichtlich ihrer Präferenz der Produkterzeugung und geographischer Herkunft (Stadt/Land) unterschieden. Die Ergebnisse zeigen, dass Kichererbsen und Linsen relativ häufig konsumiert werden, während Quinoa, Buchweizen und Amarant eine geringere Akzeptanz erfahren. Entscheidende Einflussfaktoren sind Geschmack, einfache Zubereitung und Gesundheitsaspekte, während Zeitaufwand und Unkenntnis über die Zubereitung Barrieren darstellen.
Das Einkaufsverhalten zeigt, dass Nischenkulturen bevorzugt im stationären Handel gekauft werden. Verbrauchende schätzen Bio-Produkte, bevorzugen jedoch regional hergestellte Erzeugnisse. Online-Käufe stoßen auf Skepsis, insbesondere aufgrund mangelnden Vertrauens in die Produktqualität und Nachhaltigkeit.
Für die Vermarktung wurde festgestellt, dass Verbrauchende wenig über die ökologischen Vorteile von Nischenkulturen wissen. Eine zielgerichtete Kommunikation sollte daher deren Nutzen für Arten- und Klimaschutz betonen, wobei prägnante Botschaften und visuelle Inhalte bevorzugt werden. Glaubwürdigkeit ist entscheidend; öffentliche Institutionen gelten als geeignete Akteure für die Vermittlung dieser Informationen.
Die Studie empfiehlt, Nischenkulturen mit höherer Verarbeitungstiefe anzubieten, um sie alltagstauglicher zu machen und gleichzeitig ihre gesundheitlichen und ökologischen Vorteile gezielt zu kommunizieren. Die Ergebnisse liefern wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung effektiver Vermarktungsstrategien und die Förderung eines nachhaltigen Konsums.
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