Übersicht der bestehenden und zukünftigen Informationsquellen für Marktakteure im Körnerleguminosensektor

Autor/innen

  • Lars Wernze Fachhochschule Südwestfalen image/svg+xml
  • Dennis Köpp Fachhochschule Südwestfalen image/svg+xml
  • Leif Rehder Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
  • Svenja Hermann Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
  • Tanja Schäfer Fachhochschule Südwestfalen image/svg+xml
  • Marcus Mergenthaler Fachhochschule Südwestfalen image/svg+xml

DOI:

https://doi.org/10.12767/hbgk4x33

Abstract

Der vorliegende Bericht bezieht sich auf die Identifizierung und Beschreibung der in Deutschland digital zugänglichen Informationsquellen und Statistiken im Bereich der Körnerleguminosen. Die Verfügbarkeit flächendeckender und aktueller Marktkennzahlen spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines transparenten und effizienten Marktes für Körnerleguminosen. Vor allem bei Erbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen ist in der Vergangenheit häufig von fehlender Markttransparenz und fehlenden Preisnotierungen berichtet worden. Die Untersuchung stellt die am häufigsten verwendeten Quellen verschiedener Akteure entlang der Wertschöpfungskette von deutschen Körnerleguminosen dar und gibt Einblicke, wie zugänglich die Daten sind und wie verschiedene Anwender deren Bedeutung einschätzen. Außerdem wird mit dem LeguDash eine neu verfügbare Quelle aus dem Leguminosen-Netzwerk vorgestellt.

Zur Erhebung des Status quos wurden quantitative Sekundärdaten, qualitative Internetrecherchen und Experteninterviews herangezogen. Die qualitativen Interviews folgten einem halbstrukturierten, leitfadengestützten Ansatz, wobei zentrale Fragen zur Nutzung und Bewertung bestehender Informationsplattformen bearbeitet worden sind. Insgesamt wurden acht Experten aus den Bereichen der Züchtung, des Handels und der Vermarktung sowie der industriellen Verarbeitung von Körnerleguminosen befragt. Die Aussagen wurden durch eine qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet und kategorisiert, um zentrale Aspekte, Muster und Unterschiede herauszuarbeiten. Zudem wurden die Daten durch KI-gestützte Verfahren paraphrasiert und strukturiert.

Die Interviews verdeutlichen, dass Marktakteure mit der bestehenden Datengrundlage unzufrieden sind. Besonders die Intransparenz bei Preisen erschwert Entscheidungen, etwa zu Kaufzeitpunkten, Mengen und Herkunft der Ware. Dazu fehlt häufig auch die Berücksichtigung von regionalen und systematischen Unterschieden, wie die Differenzierung nach konventionellem oder ökologischem Anbau. Diese Defizite wirken sich dabei beispielsweise indirekt auch negativ auf die Züchtungsprogramme aus, da der Bedarf an spezifischen Sorten nicht ausreichend quantifiziert werden kann. Auch die Aktualität der Daten stellt ein Problem dar, da in viele Quellen zeitverzögert veröffentlicht wird. Die bedeutendsten primären Informationsquellen sind landwirtschaftliche Erhebungen wie die Bodennutzungshaupterhebung des Statistischen Bundesamtes. Diese bietet jährlich Daten zu Anbauflächen, Produktion und Erträgen für Leguminosen, differenziert nach ökologischer und konventioneller Produktion. Danach folgen die Datenbanken zur Saatguterzeugung, die Ergebnisse der Landessortenversuche sowie die Außenhandelsstatistik und aufbereitete Informationen wie sie beispielsweise durch die Landwirtschaftskammern oder die Agrarmarkt Informationsgesellschaft bereitgestellt werden. Dennoch bleibt die Datenlage begrenzt, da zentrale Informationen wie regionale Preisunterschiede und saisonale Entwicklungen nicht systematisch erfasst werden. Eine Zusammenarbeit der AMI und des LeguNet-Projekts könnte in dieser Beziehung zukünftig wichtige Grundlagenarbeit leisten.

Das „LeguDash“ soll die Markttransparenz durch die Bündelung und Aufbereitung bestehender Daten verbessern. Es integriert öffentliche und private Datenquellen sowie Prognosemodelle wie den Soester Leguminosenpreis-Index (SoeLI), um zukünftige Entwicklungen abzubilden. Während die interviewten Experten dem LeguDash das Potential attestieren, aufgrund des vereinfachten Zugangs zu gewünschten Daten, zukünftig häufig genutzt zu werden, bleibt die Abhängigkeit von bestehenden Datenquellen ein Limitierungsfaktor. Abschließend zeigt die Untersuchung, dass eine klare Differenzierung und umfassende Darstellung von Marktkennzahlen wichtig sind und bieten Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung bestehender Informationsplattformen und die Optimierung neuer Instrumente wie des „LeguDash“.

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Veröffentlicht

2026-05-12

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