Jenseits des Kielwassers: Zielkonflikte und Synergien multifunktionaler Waldbewirtschaftung
Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik
Abstract
Motivation und Struktur
Verschiedene Zielsetzungen für die Waldbewirtschaftung ergeben vielfältige Wechselwirkungen. Gepaart mit zunehmender Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Möglichkeiten Ziele zu erreichen, führt dies zu waldpolitischen Herausforderungen. Win-Win-Lösungen durch Realisierung von Synergien sind wünschenswert, aber nicht immer möglich. Zielkonflikte sind eher die Regel als die Ausnahme. Vor diesem Hintergrund sollte es daher vorrangige waldpolitische Aufgabe sein, Zielkonflikte klarer als bisher zu kommunizieren. Die Waldbesitzenden sowie verschiedene Interessensgruppen sollten besser in den Umgang mit Zielkonflikten und die Nutzung von Synergien einbezogen werden. Neue und kreative Lösungsansätze können dazu in die zukünftige Waldgestaltung und -nutzung einfließen. Um diesen Prozess zu unterstützen, führt dieses Gutachten zunächst in seine Aufgabenstellung (Kapitel 1) und Methodik (Kapitel 2) ein. Zweck ist dabei die Identifikation von Wechselwirkungen zwischen Zielen durch gedankliche Ausweitung einzelner Zielerreichungen und Abschätzung der Auswirkungen auf andere Ziele.
Verbesserungsansätze setzten zunächst die Kenntnis von existierenden Zielkonflikten, eine Einschätzung ihrer Stärke und die Identifikation von Synergien voraus. Dazu trägt dieses Gutachten bei, vor allem durch Kapitel 3. Die Ergebnisse sollen waldpolitischen Akteuren dabei helfen, existierende Zielkonflikte und Synergien zu identifizieren, zu priorisieren und entsprechend zu adressieren, um die Effizienz der Waldpolitik zu verbessern. Für den öffentlichen Wald sind Zielkonflikte und Synergien besonders relevant, weil es hier vorrangig um die bestmögliche Berücksichtigung gesellschaftlicher Ansprüche geht. Kapitel 4 und 5 enthalten dementsprechend Beispiele und Anregungen zum inhaltlichen und rechtlichen Umgang mit Zielkonflikten und Synergien. Diese Beispiele und Anregungen sind nicht nur für waldpolitische Entscheidungsträger, sondern auch für landeseigene und kommunale Wäldern sowie für forstliche Versuchs- und Forschungsanstalten interessant. Für den privaten Wald sind die Verfahrensbeispiele auch deshalb von Interesse, weil diese helfen können, mögliche Kosten und Nutzen der Berücksichtigung von Multifunktionalität besser zu quantifizieren.
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