Regionalwirtschaftliche Effekte der Biogasproduktion: Eine Analyse am Beispiel Niedersachsens

  • Welf Guenther-Lübbers Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung Georg-August-Universität Göttingen
  • Ludwig Theuvsen

Abstract

In Deutschland ist die Biogasproduktion in den vergangenen zehn Jahren in erheblichem Umfang ausgebaut worden. Unter dem aktuellen EEG ist jedoch der weitere Biogasanlagenbau fast zum Erliegen gekommen, sodass der Eindruck entsteht, dass die Biogasproduktion an einem Wendepunkt angelangt ist und eine grundsätzliche Neuorientierung ansteht. Auf einzelbetrieblicher Ebene stehen bereits umfangreiche Analysen zu bisweilen aufgetretenen Effekten auf die Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit zur Verfügung. Umfassende regionalökonomische Analysen, die alle Stufen der Biogas-Wertschöpfungskette berücksichtigen, sind dagegen nur sehr rar vorhanden. Vor diesem Hintergrund werden unter Zuhilfenahme der Ergebnisse einer empirischen Datenerhebung unter niedersächsischen Biogasanlagenbetreibern sowie Akteuren des vor- und nachgelagerten Bereichs die regionalwirtschaftlichen Effekte der Biogasproduktion dargestellt. Im Detail werden auf die regionale Verteilung der Zahlungsströme und -höhen in den verschiedenen Betriebsphasen einer Biogasanlage eingegangen sowie die Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzeffekte im Zuge der Biogasproduktionslinie ermittelt. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass ein Großteil der Wertschöpfung innerhalb Niedersachsens verbleibt. Mit ca. 70 % in der Bauphase und noch deutlich höheren Werten bei jährlichem Aufwand und Ertrag liegt dies im bundesweiten Vergleich über dem Durchschnitt.

Autor/innen-Biografie

Welf Guenther-Lübbers, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung Georg-August-Universität Göttingen
seit 11/2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich "Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness"
Veröffentlicht
2015-08-03
Rubrik
Artikel