Wie hoch ist der Preis auf Kükentötungen zu verzichten? Bewertung des Zweinutzungshuhn- und Bruderhahnkonzepts als wirtschaftliche Alternative zu Mast- und Legehybriden

Johannes Diekmann, Daniel Hermann, Oliver Mußhoff

Abstract


Das Töten von männlichen Eintagsküken ist in der Legehennenhaltung gängige Praxis. Dies ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus gesellschaftlicher Kritik gerückt. Alternative Produktionsverfahren sollen eine Tötung der männlichen Küken, die aufgrund ihres geringen Fleischansatzes für die Mast bislang nicht wettbewerbsfähig sind, verhindern und einen Ausweg aus dem ethischen Dilemma bieten. Das Konzept des Zweinutzungshuhns, d.h. Hühnerrassen, die sich sowohl für die Legehennenhaltung (weibliche Tiere) als auch für die Mast (männliche Tiere) eignen, ist eine Alternative. Auch die Aufzucht der männlichen Legehybriden (Bruderhahnkonzept) stellt einen möglichen Ausweg dar. Im vorliegenden Beitrag werden beide alternativen Konzepte mit dem herkömmlichen Verfahren der Nutzung von Mast- und Legehybriden aus ökonomischer Perspektive verglichen. Ziel des Beitrags ist es, die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Zweinutzungshühnern sowie die Aufzucht der männlichen Legehybriden als Alternativen zum herkömmlichen Einsatz von Mast- und Legehybriden anhand von Leistungs-Kosten-Rechnungen zu untersuchen. Damit wird der Preisaufschlag pro Ei, mit dem alle ökonomischen Nachteile aus Mast und Legehennenhaltung kompensiert werden, ermittelt. Die Berechnungen zeigen, dass der erforderliche Preisaufschlag zur Umstellung auf Zweinutzungshühner 2,189 Cent pro Ei beträgt. Der Preisaufschlag für das Aufziehen der männlichen Legehybriden beträgt 1,192 Cent pro Ei. Ergebnis der Sensitivitätsanalyse ist, dass der erforderliche Preisaufschlag für das Zweinutzungshuhn- und das Bruderhahnkonzept in Abhängigkeit von der Legeleistung und vom Futterverbrauch der Legehühner stark variiert.

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DOI: http://dx.doi.org/10.12767/buel.v95i1.147

DOI (PDF): http://dx.doi.org/10.12767/buel.v95i1.147.g321